Grundschule Pleinfeld

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Die Schulpflicht kommt nach Pleinfeld

1765 erfolgte durch eine fürstbischöfliche Generale die Einführung der Schulpflicht: "Alle Eltern ohne Ausnahme sind schuldig, ihre Kinder in die vom höchsten Rat aus aufgestellte Schule zu schicken und dazu unter höchster Strafe verbunden".

 

Einen lebendigen Eindruck vom Schulgeschehen um das Jahr 1778 gewährt ein Visitationsbericht des Kanonikus Schildknecht aus Eichstätt:

"Bei der Christenlehre erschienen die meisten in guter Ordnung. Sieverhielten sich sehr gut, Kinder und Erwachsene haben ganz besonders auf die Fragen über Glaube, Hoffnung und Liebe gehörig geantwortet. Schullehrer bekommt Verweis wegen Bezechens vor den Abendgottesdiensten und nachlässigen Jugendunterrichts.

Soll sich in Schön- und Rechtschreiben üben und ein sicheres Lehrbuch anschaffen für die Regeln der Rechtschreibung. Schulhaus bedarf der Reparatur, die zur Zeit die Kirchenstiftung nicht leisten kann. Christenlehre an den Sonntagen nach dem Essen. An Monatssonntagen mit Prozession ist sie vormittags unterm Gottesdienst zu halten und zwar zuerst Erklärung, dann Fragen und zuletzt Wiederholung.

Aufsagen aus dem Diözesankatechismus ist einzuüben ...

Schulfähige Kinder l60 in der Pfarrei, Schulbesuch von 50. Beginn im Dezember, Schluss an Ostern wie auf dem Lande."

 

1781 wurde die Führung von Schülerverzeichnissen vorgeschrieben. Mit der Aufhebung des Hochstifts Eichstätt infolge der Säkularisation kam Pleinfeld an das neu errichtete Königreich Bayern.

 


 

Anfang 19. Jahrhundert: Ein neues Schulhaus

 

1826 erfolgte der Bau des Rezatschulhauses in der Bachgasse. Während hier in zwei Schulräumen die Knaben unterrichtet wurden, blieben die Mädchen im nahen Kloster.

1846 gab es in Pleinfeld 140 Schüler, 224 Familien mit 864 Seelen sowie zwei Schulen.

1866 wurde im "alten Schloss" eine Präparandenschule eingerichtet, die jedoch schon I880 nach Eichstätt verlegt wurde.

Im September l890 kamen die ersten Schulschwestern nach Pleinfeld. Ein Bericht aus der Chronik gibt die Situation wieder, die vor der Ankunft der Schwestern anzutreffen war.

Kloster

   

 

Unter dem damaligen Pfarrprovisor Georg Betz wurde am 24. Februar 1898 in einer Schulsprengelsitzung der Beschluss gefasst, wegen Überfüllung der Schule die Geschlechter zu trennen, d. h., die Knaben männlichen Lehrkräften, die Mädchen aber geprüften Ordensschwestern anzuvertrauen.

Wörtlich heißt es in der Chrorik:

"...Die Bevölkerung 1700 Seelen zählend sei gut, aber nicht sehr wohlhabend infolge mehrerer aufeinanderfolgender schlechter Hopfenjahre. Die werktagesschulpflichtigen Mädchen betragen etwa 144, darunter sich 14 evangelische befinden."

Die vier Schulschwestern waren für den Mädchenunterricht sowie für den Kindergarten zuständig. Daneben gaben sie schulentlassenen Mädchen Handarbeitsunterricht.

Außer den Schwestern unterrichteten zwei Lehrer und ein Schulgehilfe.

 


 

Nach dem 2. Weltkrieg

Am 19. April 1945 wurde das Rezatschulhaus bei einem Bombenangriff völlig zerstört.

 

Ein halbes Jahr später nahm man den Schulbetrieb mit den vorhandenen sieben Klassen wieder auf. Sie wurden in zwei Sälen des alten Klosters, in zwei Räumen des Rathauses sowie im Saal des Postwirtsanwesens notdürftig untergebracht. Unter Bürgermeister Hein erfolgte l949/50 die Errichtung des neuen Schulhauses "Hinter der Mauer".

 

 

 

Der vom Weißenburger Stadtbaumeister Koch geplante und von der Firma Alois Fichtner ausgeführte Neubau kostete 34OOOO,- DM. Infolge des Flüchtlingszustromes war die Einwohnerzahl mittlerweile auf 27OO und die Schülerzahl auf 35O angestiegen. Der Unterricht wurde von neun Lehrern, drei Geistlichen, zwei Handarbeits- und zwei Berufsschullehrern erteilt.

Die weiter steigende Bevölkerungs- bzw. Schülerzahl erforderte schon nach etwa zwölf Jahren eine erneute Erweiterung des Schulgebäudes. Nach Plänen des Architekten Radegast entstand unter Bürgermeister Fichtner in den Jahren 1963/65 ein Anbau mit neun Klassenzimmern und zwei Fachräumen. Die Baukosten beliefen sich auf 1,3 Millionen Mark.

 

 

1966/67 stieg die Zahl der Klassen auf 13. Die 437 Kinder unterrichteten zwölf Lehrer, zwei Fachlehrer und drei Geistliche. 1968 wurden die Orte Mischelbach und St. Veit in den Schulsprengel einbezogen sowie auch die Oberstufe aus Walting. Mit der Einführung des neunten Schuljahres und der Eingliederung der restlichen Klassen aus den Orten der heutigen Gemeinde Pleinfeld (außer Stirn und Dorsbrunn) stieg die Anzahl der Kinder im Jahre l969 auf insgesamt 829. Darunter waren auch Schüller der Jahrgänge 7 - 9 aus Mühlstetten.

Während 15 Klassen im Schulhaus unterrichtet wurden, mussten vier Klassen im zwischenzeitlich umgebauten alten Kloster untergebracht und zwei nach Ramsberg ausgelagert werden.

 


 

Trennung: Aus "der Schule" entsteht die Grundschule und die Hauptschule

Nach Ausgliederung der Mühlstettener  Schüler wurden die Kinder aus den aufgelösten Volksschulen aus Stirn und Dorsbrunn nach Pleinfeld eingeschult. Die Gesamtschülzahl aus 19 Orten umfasste zunächst 21 Klassen,

stieg jedoch bis 1973 auf 26 Klassen mit 937 Schülern an. Die vorhandenen  Räumlichkeiten im zentralen Schulgebäude sowie an den Auslagerungsorten platzten aus allen Nähten und machten einen Schulhausneubau erforderlich.

Die gesamte Baumaßnahme umfasste neben einer zwölfklassigen Hauptschule eine Dreifachturnhalle, ein Hallenbad und Schulsportanlagen im Freien. Die Baukosten beliefen sich damals auf die immense Summe von 13 Millionen Mark.

 

Mit der Fertigstellung vollzog sich die Trennung in Grund- und Hauptschule.

Diese Auseinanderlegung führte zunächst an einer Entspannung im

Raumangebot der Grundschule. Auf Grund der günstigen Verkehrslage und des steigenden Freizeitwertes der Marktgemeinde kam es an einer regen Bautätigkeit, mit der auch ein rasches Anwachsen der Bevölkerung einherging.

 


 

Generalsanierung der Grundschule

Gegen Ende der 80er Jahre wurden im Hinblick auf eine notwendig gewordene Generalsanierung von Gemeinderat und Bürgermeister Feil Überlegungen angestellt, die auch Erweiterungsbauten mit einschlossen.

Am 16.3.1989  erfolgte dann der Beschluss des Marktgemeinderates, der neben der Generalsanierung eine Erweiterung des Schulgebäudes um drei Klassenzimmer, eine Pausenhalle sowie eine erweiterte Turnhalle vorsah.

Im Nachhinein erweist sich diese Entscheidung als richtig, da inzwischen schon ein Jahrgang auf Grund der gestiegenen Schülerzahl auf vier Klassen aufgestockt werden musste.

Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren mit weiteren neuen Klassen an rechnen ist.

Nach Genehmigung Zuschussbewilligung und Planung durch das Architekturbüro Mödl konnte 1991mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden. Er umfasste den Erneuerungsbau mit drei Klassenzimmern, der 1992 vollendet wurde.

In den Jahren 1993194 folgte der Bauabschnitt 2 mit der Generalsanierung und schließlich 1994/95 der Bauabschnitt 3 mit dem Neubau der Turnhalle sowie der Errichtung einer Pausenhalle.

Sie dient neben ihrer Funktion als Aufenthaltsraum für die Schüler bei Schlechtwetter zugleich auch als repräsentative Eingangshalle für die verschiedensten Veranstaltungen von Schule und Gemeinde.

Die neue größere Turnhalle ermöglicht  durch den Einbau eines Trennvorhangs parallelen Sportunterricht und hilft somit, Engpässe in diesem Fach zu vermeiden. Die Einrichtung einer erweiterungsfähigen Bühne kann sowohl bei Schulfesten als auch bei Theateraufführungen bzw. sonstigen kulturellen Veranstaltungen  von Verbänden  und Vereinen genutzt werden.

Die Neugestaltung des Pausenhofs rundet den harmonischen Gesamteindruck der Schulanlage ab. Die Einteilung in Aktiv- bzw. Ruhezonen gewährt den Kindern Möglichkeiten zum Spiel und auch  zum Zurückziehen (z. B. auf die Ruhebänke).

Die Verlegung der Haltestelle für die Schulbusse außerhalb des Pausengeländes zur Straße hin trägt entscheidend, zur Sicherheit der Schulkinder bei.