Grundschule Pleinfeld

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18. Jahrhundert: Ein neuer Lehrer und seine Leiden

In der Pfarrbeschreibung von l7O6 gab es in Pleinfeld 194 Familien, zu

denen noch 80 auswärtige dazu kamen. Die Gesamtzahl der Kinder

belief sich auf 32O. Davon besuchten im Winter 80 Schüler den Unterricht.

 

Das eingehende Schulgeld bildete nun eine gesunde Basis für ein anständiges Auskommen des Schulmeisters. Eine Einbuße an Einkommen stand ihm jedoch ins Haus, als der Mesnerdienst vom Schuldienst entfernt und einem eigens eingestellten Mesner bzw. Türmer übertragen wurde.

Als Kompromiss für den Verdienstausfall einigte man sich jedoch darauf dass der Mesner dem Schulmeister ein Drittel der "Läutgaben" abzugeben hatte, unter der Bedingung, dass er ihm beim Läuten der Glocken aushelfe.

1737 wurde der Lehrer Lorenz  Martin Merkel auf Veranlassung des Generalvikars eingestellt. Er verspricht:

 

- den vom Generalvikar verliehenen Schuldienst fleißig und getreu zu versehen,

- dem Ordinariat gehorsam zu sein,

- ebenso jeden Pfarrer resignieren,

- in Schulsachen vor keinem anderen als dem Ordinariat und dem Pfarrer Recht zu nehmen.

 

Der sich als sehr tüchtig erweisende Schulmeister geriet jedoch bald in Konfrontation zum damaligen Pfarrer  Forster, der manche Neuerungen einführte, die wiederum eine Mehrbelastung für den Lehrer bedeuteten. Dieser sollte auf Grund seiner Musikalität bzw. wegen der geringen musikalischen Fähigkeiten des Geistlichen verschiedene gesungene Teile der Liturgie in Gottesdiensten und bei Bittgängen übernehmen. Dazu kam noch das "Abrichten" der Ministranten. Trotz anfänglichen Widerstands blieb dem Lehrer aber nichts anderes übrig, als dem Pfarrer vor drei Zeugen wegen Ungehorsams Abbitte zu leisten.

Schulmeister und Chorregent Martin Merkel erfuhr auf Grund seiner Tüchtigkeit ausgezeichnete Beurteilungen.

Neben den Einnahmen aus den Schulgeldern bezog er eine weitere Besoldung vom fürstbischöflichen Kastenamt in Form von Geld und Getreide, dazu 2O Gulden und ein Simra (512 Pfund) Korn vom Pfarrer.

Nachdem man ihm einige Nebentätigkeiten und somit Zuerwerbsquellen entzogen hatte, kam es zu einem größeren Konflikt mit dem Pfarrer. Die Ursache für den Streit waren die Bezüge, die dem Lehrer vom Geistlichen zustanden.

Schließlich landete der Lehrer kurzerhand für acht Tage bei Wasser und Brot im Amtshaus.

Weitere Zwistigkeiten entstanden zwischen Lehrer und Mesner. Beide bewohnten unter äußerst beengten Verhältnissen das Schulhaus - letzterer forderte die Errichtung eines Anbaus, "um von seiner schweren Verantwortung die Buben und Mädlein in der Liegenstatt commiscieren zu müssen", enthoben zu werden.

 

In den Jahren 1759 bzw. l780 richteten der Gärtner Anton Kuhn und der Schloßtorwart von Sandsee "Winkelschulen" in Mischelbach ein. Der fürstbischöfliche Generalvikar verbot jedoch beide Schulen.