Grundschule Pleinfeld

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1. Hälfte des 17. Jahrhunderts: Krankheit und Siechtum

Im Jahre 1610 wird die Schule in den Torturm des Nürnberger Tores verlegt. Nachdem sich jedoch in den oberen Räumen das „Siechenhaus“ befand, sah sich die Gemeinde wegen der Ansteckungsgefahr veranlasst, den Eichstätter Fürstbischof um geeignete Räume anzugehen. Der Landesfürst gab diesem Ersuchen jedoch nicht statt.

Als Nachfolger trat Leonhard Erch die Lehrerstelle an. Er konnte sich auf 18 Dienstjahre in Lellenfeld berufen und forderte eine entsprechende Aufbesserung der bisherigen ortsüblichen Bezüge, die neben einem Geldbetrag in Naturalien bzw. in Brennholz bestanden. Ein Antrag seitens der Gemeinde an den Fürstbischof um einen Zuschuss wurde mit dem Bescheid abgelehnt, dass den Mehraufwand die Gemeinde selbst zu tragen hätte. Nachdem sich die örtlichen finanziellen Möglichkeiten als zu gering erwiesen, ließ sich der Fürstbischof „für erste Aufstellung eines Schulmeisters und Mesners" bewegen.

 

1629 bemühte sich die Gemeinde erneut beim Fürstbischof um ein anderes Schulhaus, nachdem das Torhaus wegen der Gefahr der Ansteckung endgültig unbewohnbar geworden war.

Während des 30-jährigen Krieges kam der Schulbetrieb zum Erliegen. Nach den Kriegsjahren konnte sich der Ort nur langsam erholen und erst allmählich ein regelmäßiger Schuldienst aufgebaut werden.

Zwischen den Jahren 1659  und 1681 hielt der Lehrer Wolfgang Schreiber Unterricht  im Schulhaus nahe der Kirche. Kamen im Sommer überhaupt keine Kinder zum Unterricht, so waren es während der Wintermonate nur 30 bis 40 Schüler, obwohl insgesamt 80 in Frage kommende Kinder am Ort waren.

Für ein Kind mussten pro Vierteljahr zwölf Kreuzer entrichtet werden. Das ohnehin geringe Schulgeld reichte dem Lehrer vorne und hinten nicht.

Er beklagte sich außerdem über die unzulänglichen räumlichen Verhältnisse im Schulhaus. Der Unterricht wurde deshalb 1681 wieder ins Nürnberger Tor verlegt. Wegen weiterer Erkrankungen von Lehrern und Angehörigen mit Todesfolge musste die Schule zwischenzeitlich in anderen Gebäuden abgehalten werden.